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28.07.-17.09.2017 Häuser, Galerie im Glasbau Pfarrkirchen mit Hans Lankes

e_25 Europa

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Der Mythos Europa
Über Jahrhunderte hinweg haben Künstler den Raub der Europa durch Göttervater Zeus in Gestalt eines Stieres dargestellt: Guido Reni beispielsweise zeigt Europa in wallenden Gewändern. Sie legt ihren Arm um den Hals des Stiers, der am Rand des Bildes eher einer friedlich wiederkäuenden Kuh als einem potenten, wilden und schwimmenden Stier gleicht.
Dagegen klammert sich Rembrandts Europa angstvoll an den Hals des Stieres, der einem Pferd gleich ins Wasser galoppiert, und entsetzt blickt sie auf das schwindende Land zurück.
Adolf Münzers Europa wiederum beugt sich nackt und beinahe lasziv über den mächtigen Nacken des Stiers. Dieser hat bereits seinen Oberkörper zu Boden geneigt, damit sie besser auf seinen Rücken steigen kann.
Alle drei Gemälde zeigen den gleichen Mythos, ihre Maler haben diesen aber ganz unterschiedlich betrachtet, interpretiert und dargestellt.

Die Vision Europa
Verschiedene europäische Staaten haben sich seit den fünfziger Jahren zur europäischen Union zusammen geschlossen. Diese Union wächst seitdem weiter. Welche Visionen hatten und haben diese Staaten? Können sich diese vor ganz unterschiedlichem geschichtlichen und wirtschaftlichen Hintergrund gleichen? Gibt es eine einheitliche Idee für das, was Europa bedeutet, ist und in Zukunft sein wird? Kann es die überhaupt geben?

Alles ist eine Frage der Perspektive
In weiß lackierte Platten sind weiße, wurmähnliche Drähte gesteckt. Werden die Platten mittels Led-Spot angeleuchtet, so werfen diese Drähte Schatten. Die Schattenbilder gleichen bei genau einem bestimmten Beleuchtungswinkel den Gemälden von Reni, Rembrandt und Münzer. Verändert man die Beleuchtungswinkel, so ändern sich auch die Schattenbilder. Renis, Rembrandts und Münzers Europa verschwindet und wird zu etwas anderem, denn alles ist eine Frage der Perspektive.